
Diskussion mit: Domenico Müllensiefen, Paula Fürstenberg, Angelika Nguyen und Diana Röthlinger
Moderation: Farukh Sauerwein
02. Oktober 2026, 18.00 Uhr
ehemaliges Kaufhofgebäude / Hanseatenhof
Wem und was gedenken wir eigentlich am 3. Oktober – und welche Perspektiven und Erfahrungen fanden bisher wenig Eingang in die Erzählung von der „Deutschen Einheit“? Wir wollen diskutieren über geschichtspolitische Vereinnahmungen des Gedächtnisses an die Wiedervereinigung, über die Macht von Begriffen wie „Wende“ oder „Anschluss“, über Erzählungen in Literatur und Medien zwischen Stereotyp und Ambivalenz.
Wir wollen reden über die Wiedervereinigung als Geburtsstunde eines neuen Nationalismus, die Neuaushandlung von Geschlechterverhältnissen, die ökonomische Ungleichheit zwischen Ost- und Westdeutschland und Perspektiven von Menschen mit Migrationsgeschichte auf 1989/90.
Gemeinsam mit unseren Gäst:innen Paula Fürstenberg (Schriftstellerin), Angelika Nguyen (Autorin, Kuratorin und Filmjournalistin), Diana Röthlinger (Historikerin) und Domenico Müllensiefen (Schriftsteller) wollen wir Perspektiven aus Forschung und Kultur besprechen, die die Vereinigung der beiden deutschen Staaten nicht als „Zusammenwachsen zu einem Volk“ begreifen, sondern Vielfalt und Widersprüche dieses Transformationsprozesses sichtbar machen.
Ausgangspunkt dieser Veranstaltung bildet eine Forschungsarbeit an der Universität Bremen zum literarischen Gedächtnis an DDR und Wiedervereinigung.
Ein Veranstaltung im Rahmen des Netzwerks zum 3. Oktober, gefördert vom Alumni der Universität Bremen e.V. und der Bremische Volksbank eG – Stiftung.